
Stahl schweissen – Verfahren, Vorbereitung, Richtwerte
MAG, WIG oder E-Hand? Welches Schweissverfahren für dein Projekt passt – und worauf du bei der Vorbereitung achten musst.
Drei Verfahren – ein Ziel: stabile Verbindungen
Schweissen ist die stabilste Art, Stahl zu verbinden. Für Heimwerker und den allgemeinen Metallbau gibt es drei gängige Verfahren: MAG, WIG und Elektrodenschweissen (E-Hand). Jedes hat seine Stärken. Hier erfährst du, welches Verfahren wann passt, wie du den Stahl vorbereitest und welche Stromstärke du einstellen musst.
Schweissverfahren im Vergleich
| Eigenschaft | MAG-Schweissen | WIG-Schweissen | E-Hand (Elektrode) |
|---|---|---|---|
| Einsatzgebiet | Allrounder für Baustahl | Dünnes Blech, feine Nähte | Mobil, draussen bei Wind |
| Geschwindigkeit | Schnell | Langsam, präzise | Mittel |
| Nahtqualität | Gut – robust | Sehr gut – sauber | Gut – funktional |
| Kosten | Wirtschaftlich | Höher (langsamer) | Günstig (einfache Ausrüstung) |
| Lernkurve | Einsteigerfreundlich | Anspruchsvoll | Einfach |
| Windempfindlichkeit | Hoch (Schutzgas) | Hoch (Schutzgas) | Gering (kein Schutzgas) |
MAG-Schweissen: Der Allrounder
MAG-Schweissen (Metall-Aktivgas) ist das am häufigsten verwendete Verfahren im Stahlbau. Es ist schnell, wirtschaftlich und robust. Der Schweissdraht wird automatisch zugeführt, ein Schutzgas (meistens ein Mischgas mit CO₂) schützt die Naht vor Oxidation.
Für die meisten Heimwerkerprojekte aus Baustahl ist MAG die richtige Wahl.
WIG-Schweissen: Feine Nähte
WIG-Schweissen (Wolfram-Inertgas) erzeugt feine, saubere Nähte und eignet sich besonders für dünnes Blech. Der Schweisser führt den Zusatzdraht von Hand zu – das ermöglicht maximale Kontrolle, ist aber langsamer und anspruchsvoller als MAG.
WIG ist die erste Wahl, wenn die Optik der Naht zählt oder das Material sehr dünn ist.
Elektrodenschweissen (E-Hand): Einfach und mobil
Elektrodenschweissen ist das einfachste und mobilste Verfahren. Es braucht kein Schutzgas – deshalb funktioniert es auch draussen bei Wind. Die Stabelektrode liefert Schweisszusatz und Schlacke gleichzeitig.
Ideal für Reparaturen, Baustellenarbeiten und wenn du keine Gasflaschen mitschleppen willst.
Verzinkten Stahl schweissen – geht das?
Ja, verzinkten Stahl kannst du schweissen. Aber: Entferne die Zinkschicht im Schweissbereich vorher. Beim Schweissen über Zink entstehen giftige Zinkdämpfe. Arbeite deshalb immer mit Absaugung und Atemschutzmaske.
Nach dem Schweissen solltest du den Korrosionsschutz im Nahtbereich erneuern – zum Beispiel mit Zinkspray oder einer neuen Beschichtung.
Vorbereitung: So wird die Naht sauber
Eine gute Schweissnaht beginnt vor dem Schweissen. Die Vorbereitung entscheidet über die Qualität der Verbindung:
Rost, Zunder und Öl entfernen – saubere Oberflächen ergeben saubere Nähte
Kanten anfasen – damit die Naht tief genug einbrennt
Spaltmass 1–2 mm einhalten – für eine gleichmässige Durchschweissung
Stromstärke-Richtwerte für MAG-Schweissen
Die richtige Stromstärke hängt von der Materialstärke ab. Zu wenig Strom: Die Naht bindet nicht. Zu viel Strom: Du brennst durch. Hier die Richtwerte für MAG-Schweissen:
| Materialstärke | Stromstärke (A) | Drahtdurchmesser |
|---|---|---|
| 2 mm | 60–80 A | 0.8 mm |
| 4 mm | 100–140 A | 1.0 mm |
| 6 mm | 160–200 A | 1.0–1.2 mm |
| 10 mm | 220–260 A | 1.2 mm |
Diese Werte sind Richtwerte – die optimale Einstellung hängt auch von der Nahtform, der Schweissposition und dem Gerät ab. Teste an einem Reststück, bevor du an dein Werkstück gehst.
Häufige Fragen zum Stahl schweissen
MAG-Schweissen ist der Allrounder und am einfachsten zu erlernen. Es ist schnell, wirtschaftlich und funktioniert bei den meisten Baustahl-Projekten. Für Arbeiten draussen bei Wind ist Elektrodenschweissen (E-Hand) die bessere Wahl.
Ja, aber entferne die Zinkschicht im Schweissbereich vorher. Zinkdämpfe sind giftig – arbeite immer mit Absaugung und Atemschutzmaske. Nach dem Schweissen die Zinkschicht im Nahtbereich erneuern.
Rost, Zunder und Öl entfernen. Kanten anfasen, damit die Schweissnaht besser einbrennt. Ein Spaltmass von 1–2 mm zwischen den Bauteilen einhalten.
Das hängt von der Materialstärke ab. Richtwerte: 2 mm Material = 60–80 A (Draht 0.8 mm), 4 mm = 100–140 A (Draht 1.0 mm), 6 mm = 160–200 A (Draht 1.0–1.2 mm), 10 mm = 220–260 A (Draht 1.2 mm).
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