Bohrer in einem Stahlprofil – Nahaufnahme mit Metallspänen

Bohren in Stahl – so machst du es richtig

Der richtige Bohrer, die passende Drehzahl und warum Kühlung so wichtig ist. Tipps für Baustahl und Edelstahl.

Warum Stahl bohren anders ist als Holz

Stahl ist hart – das ist kein Geheimnis. Trotzdem kannst du mit der richtigen Ausrüstung und ein paar Grundregeln saubere Löcher bohren. Ob für Schrauben, Bolzen oder Durchführungen: Es kommt auf den richtigen Bohrer, die passende Drehzahl und vor allem auf die Kühlung an. Wer diese drei Punkte beachtet, spart sich kaputte Bohrer und Ärger.

Der richtige Bohrer für Stahl

Nicht jeder Bohrer ist für Stahl geeignet. Verwende immer einen HSS-Bohrer (High Speed Steel) – der ist für normalen Baustahl wie S235 und S355 ausgelegt. Für härtere Stähle greifst du zum HSS-Stufenbohrer, der auch bei zäherem Material sauber schneidet.

HSS-Bohrer: Standard für Baustahl (S235, S355)

HSS-Stufenbohrer: Für härtere Stähle – hält länger, schneidet besser

Holzbohrer oder Universalbohrer sind ungeeignet – sie werden sofort stumpf

Immer ankörnen – oder vorbohren

Auf einer glatten Stahloberfläche rutscht der Bohrer sofort ab. Die Lösung ist einfach: Immer ankörnen. Ein kurzer Schlag mit dem Körner erzeugt eine kleine Vertiefung, die dem Bohrer Halt gibt.

Alternativ kannst du mit einem 3 mm Bohrer vorbohren. Das Pilotloch führt den grösseren Bohrer präzise an die richtige Stelle.

Drehzahl: Nicht zu schnell, nicht zu langsam

Die Drehzahl ist einer der häufigsten Fehler beim Stahlbohren. Die Faustregel ist simpel:

Je grösser der Bohrer, desto langsamer die Drehzahl.

  • Zu hohe Drehzahl: Der Bohrer überhitzt und glüht aus – die Schneide wird weich und stumpf
  • Zu niedrige Drehzahl: Der Bohrer dreht, ohne zu schneiden – er bleibt stecken oder bricht ab

Starte lieber etwas langsamer und taste dich heran. Wenn lange, gleichmässige Späne entstehen, stimmt die Drehzahl. Kurze, blaue Späne sind ein Zeichen für Überhitzung.

Bohrmaschine im Einsatz an einem Stahlprofil mit sichtbaren Metallspänen
Lange, gleichmässige Späne = richtige Drehzahl.

Kühlung: Das A und O beim Stahlbohren

Kühlung verlängert die Lebensdauer deines Bohrers massiv und sorgt für sauberere Löcher. Verwende Bohröl oder Schneidpaste – einfach auf die Bohrstelle auftragen.

Bohröl: Flüssig, einfach aufzutragen, für die meisten Anwendungen

Schneidpaste: Haftet besser an vertikalen Flächen

Bei Edelstahl: Kühlung ist Pflicht – ohne Kühlung verhärtet die Oberfläche

Besonders bei Edelstahl ist Kühlung keine Option, sondern Pflicht. Edelstahl neigt zur Kaltverfestigung: Ohne Kühlung wird die Oberfläche an der Bohrstelle härter als der Bohrer – und dann geht gar nichts mehr.

Häufige Fragen zum Bohren in Stahl

Für normalen Baustahl (S235, S355) reicht ein HSS-Bohrer. Für härtere Stähle empfehlen wir HSS-Stufenbohrer – sie halten länger und schneiden besser.

Ohne Ankörnung rutscht der Bohrer auf der glatten Stahloberfläche ab. Eine kleine Vertiefung mit dem Körner gibt dem Bohrer Halt. Alternativ kannst du mit einem 3 mm Bohrer vorbohren.

Faustregel: Je grösser der Bohrer, desto langsamer die Drehzahl. Zu hohe Drehzahl führt dazu, dass der Bohrer ausglüht. Zu niedrig und der Bohrer bleibt stecken. Bei einem 10 mm Bohrer in Baustahl sind ca. 500–800 U/min ein guter Richtwert. _PRUEFEN (Drehzahl-Richtwerte nicht in KB)

Ja, Kühlung verlängert die Lebensdauer des Bohrers deutlich. Verwende Bohröl oder Schneidpaste. Bei Edelstahl ist Kühlung Pflicht – ohne Kühlung verhärtet die Oberfläche und der Bohrer wird stumpf.

Lieber bohren lassen? Kein Problem.

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